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Mittwoch, 27. Juli 2016

JBUK DAY 16 - 18: POKÉMON GOES DÜSSELDORF & URBAN HOPPING

1. deutsch
2. english (scroll down)

TAG 16
Köln war fabelhaft und sehr gemütlich, insbesondere am Rheinufer. Imposant war auch der berühmte Dom. Der gotische Bau mag viele zu recht faszinieren, ist er doch offenbar das dritthöchste Kirchengebäude der Welt. Ich selber fand ihn vor allem in der Nacht spannend, wo durch die Beleuchtung die filigranen Schattierungen erst so richtig sichtbar werden.
Es ist 9.00 Uhr früh, Tomi Longrider und ich selbst sind fahrbereit. Bald lassen wir Köln hinter uns und sind schon wieder im Grünen. Ja, wortwörtlich, denn irgendwie habe ich den Radweg verpasst, was zu einer kleinen Cross-Country-Einlage über einen Trampelpfad dem wilden Rheinufer entlang führte. Ziemlich fies finde ich, dass sich im Gras hinterhältig auch Brennnesseln über meinen Pfad beugten. Auf den ersten Blick war dies nicht auszumachen, aber meine Unterschenkel vermochten es deutlich zu registrieren. Danach ist es auch wieder vorbei mit der Wildnis und ich irre durch städtischen Betondschungel, wobei ich mich über etliche Ecken und Kanten langsam Düsseldorf nähere. Als ich mal wieder anecke und gerade nicht mehr weiter weiss, bin ich schon in Düsseldorf angekommen und stehe zu meiner Überraschung präzise vor der Jugendherberge. Wenn das kein Zeichen ist :). Kurz eingecheckt und geduscht und schon geht's auf, die Stadt zu erkunden. Düsseldorf ist definitiv kein Dorf, dass kann ich sagen. Die moderne Stadt mit altem Stadtkern ist vital, urban und mit allem gespickt, was der Städter wohl so mag. Neben vielen Einkaufsstrassen, schönen Flaniervierteln und Parkanlagen, zahlreichen Gallerien und Museen, ist hier auch der moderne Medienhafen angesiedelt mit WDR und anderen Medienunternehmen. Entsprechend des vielfältigen Angebotes sind die Strassen sehr belebt. Auf einer kleinen Kanal-Brücke staunte ich aber nicht schlecht, als ich entdeckte, wie ein riesiger Haufen Jugendlicher wie Zombies auf ihre Smartphones stierten. Offenbar ist die Jagd auf Pokémon auch in Düsseldorf angekommen, oder wahrscheinlich schon lange, denn üblicherweise verpasse ich solche Dinge mangels Interesse.

TAG 17
...und weiter geht's. In letzter Zeit bin ich ja schon eher in urbanen Gebieten unterwegs, was doch ziemlich anstrengend ist, da man oft herumirrt und versucht, die Ausschilderung des Radwegs nicht aus den Augen zu verlieren, ohne dabei ein Auto zu überfahren ;). Ich erreiche Krefeld, wo ich durch die historische Innenstadt flaniere und Tomi Longrider neben mir her schiebe. Wie so oft, ziehen wir beide einige Blicke auf uns, wobei insbesondere mein Rad das Objekt der Beäugung ist. Ein UFO - ein Unorthodoxes Fahrendes Objekt sozusagen. Ein Passant spricht mich an: "Wo kommste her?". Darauf antworte ich freundlich und etwas stolz: "Aus der Schweiz". Was ihm wiederum folgenden motivierenden Kommentar entlockt: "Korreeeeeekt!". Ich nehme das als Kompliment und strample motiviert weiter. Nachdem ich Duisburg überwunden habe, nicht ohne Irrfahrt selbstverständlich, habe ich endlich die grossen Städte hinter mir, die zwar sehr spannend waren, aber zum Radfahren doch recht anstrengend. Mein Urban Hopping führte mich über Karlsruhe, Mannheim Mainz, Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg oder in der hier eher verbreiteten Sprache der Bundesliga vom Karlsruher SC über den SV Waldhof Mannheim 07, FSV Mainz 05, SC Fortuna Köln und 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Bayer Uerdingen und FSV Duisburg. Korreeeeeekt :). Nun habe ich aber die grossen Städte Deutschlands am Rhein hinter mir gelassen. An einem interssanten Aussichtspunkt auf dem Dammweg haltend, beobachte ich einen Bussard, wie er gerade seine Beute verspeist. Dabei werde ich selber zum Opfer. Hinter mir nähert sich nämlich eine ältere Dame auf dem Fahrrad, hält kurz hinter mir an und bemerkt mit einem Wortschwall in über 90 Dezibel: "Ah, mal einer, der sich für Vögel interessiert. Hier gibt's ja Störche und Silberreiher und da hinten der Turm, dort ist das grösste Salzbergwerk Europas, das müssen Sie mal fotografieren". Anmerkung der Redaktion: Offenbar hat die Dame mit dem erhöhten Mitteilungsbedürfnis und dem akustisch beeindruckenden Sprechorgan den Bussard nicht entdeckt und diesen nur nicht verjagt, weil der gerade sehr beschäftigt war. Bald erreiche ich Xanten, das mir bisher unbekannt war und sich als ruhiges, übersichtliches Dorf mit römischen Ruinen präsentiert. Hier kann ich nun etwas durchatmen, bevor ich mich aufmache, Holland zu entdecken.

TAG 18
Ich schlafe lange und viel und gönne mir einen entspannten Tag, an dem ich nochmals einige Dinge organisiere, bevor ich dann Richtung Arnheim (NL) aufbreche. Nur noch eine kleine Anmerkung zu Xanten, die zumindest einige meiner Freunde interessieren dürfte. In der Niebelungen-Sage stammt nämlich der Siegfried aus Xanten. Selbstverständlich steht hier entsprechend auch ein Niebelungen-Museum. Da wir die Niebelungen-Sage bei einem Themen-Essen aber schon eingehend behandelten, muss ich mich nun nicht ins Museum begeben. Danke ;).

DAY 16
Cologne was amazing and very, very cozy, especially on the riverside. The cathedral was impressing too. Not without a reason the gotic building is fascinating for many people. It's one of the highests cathedrals in the world. For me, it was most fascinating in the dark, when the spotlights were working out all the little details in lights and shades.
It's 9 o'clock a.m., Tomi Longrider and I are ready. Soon we're out of Cologne and into the green again.
Yes, seriously, you can take it literally, because for any reason I missed the cycleway and went for a cross-country-session over a little path along the wild riverside. Very mean, that there were some sneaky nettles hiding under the grasses. They were not visible on the first view, but my lower legs were registrating it very well. Afterwards it's over again with wilerness and I err around in a jungle of concrete, where I'm getting closer to Düsseldorf over many edges and corners. When I got lost for one more time I was in Düsseldorf already, and what a surprise, I stood exactly in front of the youth-hostel. That must have been a sign! I checked in quickly and went out to explore the city. Düsseldorf is absolutly no village (Dorf means village in german). The modern town with an old center is vivid, urban and contains everything, that urban people like. There are meny shopping streets, nice quarters to promenade, green parks, many galleries and museums and the moderne harbour of media, where many german media-enterprises are located. It's not surprising that there are many people around in the streets. But I was flabbergasted when I saw the big croud of young people staring at their smartphones looking like Zombies. Obviously the hunt on Pokémon arrived in Düsseldorf too.

DAY 17
...and we are going on. I passed many urban places in the last time, which is very exhausting, when you are trying to follow the signs without overrun a car ;). I reach Krefeld and walk, with Tomi Longrider by my side, trough the historic old center. As it happens often people are curious with all eyes on us, whereby the eyes are more on Tomi Longrider (my bike).  A pedestrian reacts: "Wo kommste her" (where are you coming from). A little proud I answer: "from Switzerland". Impressed he's commenting: "Korreeeeeekt"  (means correct and says in slang that this is impressing, that's why you pronounce a long eeeeee. I take it as a compliment and go on with a smile on my face. After I passed Duisburg, as usual not without any troubles, I finally left behind all the big cities located at the Rhine in Germany. My Urban Hopping was leading me over Karlsruhe, Mannheim Mainz, Bonn, Cologne, Düsseldorf und Duisburg or in the language of the very well known German Bundesliga of Football over Karlsruher SC, SV Waldhof Mannheim 07, FSV Mainz 05, SC Fortuna Köln and 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Bayer Uerdingen und FSV Duisburg. Korreeeeeekt :). Now I left this cities behind, which was hard work from time to time.
It's getting green again. On a interesting viewpoint on a dam I stop and observe a buzzard who's chopping his prey. While I'm observing I become a victim myself. there is an old lady coming closer by bike talking to me with no points and commas and in a volume over 90 decibels. Obviously she's glad that there is somebody interested in birds and she mentions that there are many storks and great egrets and there you can see a big white building, which is one of the biggest mines of salt and I should take a picture of it. Remark of the editor: The lady had a huge need to take, an impressive accustic organ of speech and she didn't disperse the buzzard, which was a big surprise. But he was busy, maybe that was the reason. I reach Xanten, which I didn't know before and which is a calm, small and pretty little village, where you can see some roman ruins.

DAY 18
I had a very, very long sleep and I'm using the day to relax and organize a few things, before I leave in direction of Arnhem (NL).
PS If you ever heard something about the legend of Siegfried and the "Niebelungen", which is an epic german saga of a heroe and...the heroe was born in Xanten, it's told. Korreeeeeeekt.
















Donnerstag, 14. Juli 2016

DAY 4 (13.7.): JBUK (Jacobs Bicycletrip to the UK) - Day 5 and 6 will follow tomorrow

1. german
2. english (scroll down)

Day 4
Tia, wie das so ist in Hostels, man trifft seine Mehrbettzimmergefährten oft erst am nächsten Morgen. So bei mir geschehen. Dafür waren die Begegnungen um so interessanter. Da war zuerst einmal der wahre Jakob, der eigentlich David heisst und von Wangen im Allgäu kommt. Da kommt er tatsächlich her und zwar zu Fuss, weshalb Jakob doch eher angebracht wäre in Anlehnung an den Jakobsweg, den er tatsächlich begeht. Er ist also auf dem Weg nach Santiago de Compostela - zu Fuss! Der junge, sehr symphatische Mann hat meine volle Hochachtung und ich bin überzeugt, dass er den Weg bis dahin auch tatsächlich schaffen wird. Im Gegensatz dazu die anderen beiden nicht minder symphatischen Mitnächtiger. Zwei junge Belgier, knapp 20 Jahre alt, auf dem Weg nach Nendaz. Pilgern tun die beiden aber nicht. Sie stöppeln sich von Ort zu Ort. Zwei Hitchhiker ohne Furcht. Sie haben mir die tragische Geschichte erzählt, wie sie beinahe Basel nicht erreicht hätten, da sie kurz vorher "entladen" wurden und dann einige Zeit gnadenlos ignoriert worden waren. Die Ankunft feierten Sie dann standesgemäss mit einigen Bieren. Sind ja schliesslich Belgier die beiden.
So, und nun zu mir. Ich bin ja dann nach dem Frühstück trotzdem mal aufgebrochen, auch wenn da schon einiges los war. Mein Problem: Wie findet man durchs Dreiländereck aus Basel raus und zwar hätte ich den französischen Abgang bevorzugt. Nicht einfach. Grenzgebiete sind kompliziert, jedenfalls wenn man mit dem Rad unterwegs ist. Ich konnte mich aber gut an den Sprachen orientieren. Schon krass! Kurz nach jeder Grenze wird knochenhart die andere Sprache gesprochen und nicht nur das, man pflegt auch die jeweiligen Gepflogenheiten. Irgendwie hab ich's dann doch geschafft, nach einigen Rückfragen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Meine Route sollte mich von Basel via Canal du Rhône au Rhin (die Franzosen verstehen es immer, mich zu verwirren) und einigen Geisterstädtchen nach Brisach (F) und schliesslich Breisach (D), beides nur durch den Rhein getrennt, führen.
Der Start am Canal entlang war sehr romantisch und mit lustigen Begegnungen bereichert. So traf ich eine Entenfamilie, Mutter mit zwei Kinder (evtl. auch Vater, so genau hab ich das nicht feststellen können), die gerade übten wie man auf einem schwimmenden Ast balanciert. Ein Bild für die Götter und eine richtig gwacklige Angelegenheit. Nach dem Canal wurde es dann allerdings gespenstisch, denn mein Weg führte mich weiter durch einige ausgestorbene Ortschaften, bei denen nur noch gefehlt hat, dass ausgetrocknete Strohballen umher fliegen und quietschige Türen auf und zu schlagen. Tat es aber nicht, dafür kam's so richtig deftig regnen (Eimervariante - Gieskanne glatt übersprungen). Ich flüchtete mich zum trocknen und ausharren in ein Bistrot. Und siehe da, auch hier das Cliché in Rheinkultur (eh...Reinkultur). Die Männer stehen an der Bar bei einem kleinen Café und kontrollieren die Tipscheine, während das Pferderennen läuft - es ist Mittagspause. Schön, das beobachten zu können. Ich mit meinem Stahlesel wurde mit einem Kopfnicken zur Kenntnis genommen. Da hätte wohl auch ein UFO landen können und es gäbe keine andere Reaktion.
Gut in der Zeit, aber relativ ausgepowert komme ich am Ziel an. Schwere Beine, die nun mal hochgelagert werden wollen. Mehr morgen wieder, wenn ihr mögt.

Day 4
Quiet common in Hostels is the fact, that you meet your roommates often first the next morning. That's exactly what happend this morning. However, the people I met were very interesting. There was the real Jacob, who's actually called David and is coming from Wangen (Allgäu, Germany). Yes, that's where he's coming from on his travels - by foot! The name Jacob reffering to the Jacobs Way (you know it as the way of st. James) would fit very good (or James even better, but I started to call it Jacobs way so I stay with Jacob). Long story made short: He's on his way to Santiago de Compostela from his Hometown Wangen (Germany) by foot. He's a quiet, but very nice person who's open to people and interrested in their stories too. And there were more stories. The other two guys in our room were from Belgium. Both very young and hungry for adventures. They were hitchhiking from home to Basel and told me the about their problems to reach Basel. Unfortunately short before Basel they were dropped of the car and the others ignored them for hours. As people from Belgium do, they celebrated the arrival with a few beers :)
Allright. After all this needed coffee. To much informations :). But fun. Then I packed my iron horse and left the place with a smile on my face. But, I was in Basel and had to go to France to follow the left riverside of the Rhine to my Destination. Not easy I tell you, if you have to find your way by byke in this corner of three countries. But you know, you can orientate you selve by listening to their language and looking their behavier. For me that's fascinating. A few feets after every border language and behavier are completely different. That's what borders do! Anyway, after a while and some help in Switzerlang, Germany and France I got the right way and followed the "Canal du Rhône au Rhin " (french people know how to irritate) to reach my destination. The channel was amazing. So peaceful in this nature reserve. I loved that part very much. Next was a couple of ghosttowns with absolutely no people but from one moment to the other a lot of rain. The rain turned out to be a exhaustive waterfall. I found a little bistrôt (with people inside) to bring myself in a dry place to warm up a little. That place had it all of the cliché. There were men at the bar nipping their little coffee-shots and controling the betting slip while on the TV the Horse Race results were showed. I like to watch scenes like that. When I arrived with my iron horse they took note with a little nod. I would say they would act exactly the same when aliens enter the place. After all this I reached Breisach (Germany), which is close to Brisach (France), but on the other side of the Rhine, where I found my bed. The legs heavy but the spirit alive :).